Heizungsanlagen

 

Pelletsheizung:

Warum Holzenergie nutzen:

  • Holz ist ein erneuerbarer und bei nachhaltiger Nutzung unerschöpflicher Rohstoff

  • Holz vermindert den Treibhauseffekt, weil es CO2-neutral ist, d.h. die Verbrennung von Holz setzt genauso viel Kohlendioxid frei wie die Verrottung im Wald. Die energetische Nutzung erfolgt also im natürlichen CO2-Kreislauf

  • Holz ist ein einheimischer Energieträger, es verursacht keine langen, umweltgefährdenden Transportwege und verringert die Auslandsabhängigkeit.

Pellets werden aus naturbelassenen Spänen der Holzverarbeitung hergestellt. In einem speziellen Fertigungsverfahren werden die Späne in industriellen Anlagen unter hohem Druck zu harten Holz-Pellets verdichtet - Bindemittel oder Zusatzstoffe sind da nicht nötig.

Pellets werden in Durchmessern von 6 bis 10 mm hergestellt und sind zwischen 5 und 30 mm lang. Ein Wassergehalt kleiner als 10% ergibt einen optimalen Heizwert.

Pelletsheizungen werden als Einzelöfen (z.B. Pelletskaminofen) oder auch als Zentralheizung verwendet.



Pelletszentralheizungen werden immer beliebter, da eine automatische Pelletsversorgung und Befeuerung keinen Mehraufwand zu Gas oder Öl darstellen.

Man benötigt zur Lagerung einen seperaten Raum in den die Pellets mit dem Tankwagen eingeblasen werden. Durch eine Förderschnecke werden die Pellets je nach Verbrauch zum Brenner transportiert.

Erdwärmeheizung:

Homogene feuchte Erde bietet in ca. 1,5 m Tiefe ein Wärmeangebot je nach Jahreszeit zwischen +6 °C und +10 °C.

Zur Wärmeübertragung aus dem Erdreich ist ein flüssiges Medium (Glycolwasser) erforderlich, das durch ein Rohrschlangensystem gepumpt wird.
Im Verdampfer gibt sie ihre Energie ab.

Folgende Systeme sind heute gebräuchlich:

  • Erdwärmesonden

  • Horizontal verlegter Erdkollektor

  • Grabenkollektor mit Einzelrohrverlegung

Eine Wärmepumpe (Erdwärmeheizung) bezieht Strom aus dem Netz und treibt damit einen Kompressor, der aus dem Erdreich oder Grundwasser weitere Wärme entnimmt. Dadurch kommen auf einen Teil Strom zusätzlich 2 bis 3 Teile kostenlose Wärme aus der Natur.

Alternativ zur Erdwärme ist auch eine Wärmegewinnung aus dem Grundwasser möglich:
In einer Tiefe von 6-8 m bietet das Grundwasser das ganze Jahr über günstige Vorrausetzungen für kostenlose Wärmegewinnung.

Das Grundwasser hat eine relativ konstante Temperatur von ca. +10 °C.
Es wird aus einem Förderbrunnen entnommen und durch den Verdampfer gepumpt.

Die Wärmepumpe entzieht ihm 4 °C Wärme, danach wird es in einen ca. 10 m vom Förderbrunnen entfernten Sickerbrunnen zurückgeleitet.
Ein Grundwasser-Wärmepumpensystem arbeitet ganzjährig mit sehr hohem Wirkungsgrad und kann deshalb als volldeckende Heizanlage ausgelegt werden.

Vorteile der Erdwärmeheizung:

  • Niedrige Betriebskosten, wenn die Vorrausetzungen stimmen

  • Aus Umweltschutzgründen einer Öl- oder oft auch einer Gasheizung vorzuziehen

  • Geringer Platzbedarf im Haus, kein Lagerraum notwendig

  • Absolut gefahrloser Betrieb

  • Völlig automatisch, dadurch sehr komfortabel

Nachteile der Erdwärmeheizung

 

  • Die Ökobilanz ist schlechter als bei Pelletsheizungen, da der Strom im Winter zu einem wesentlichen Teil aus fossilen Energieträgern kommt

  • Großer Platzbedarf im Garten (oder teure Tiefenbohrung)

  • Nur bei gut gedämmten Häusern wirtschaftlich einsetzbar

  • Investitionskosten sind höher als bei anderen Heizsystemen. Machen Sie immer eine Gesamtkostenrechnung

  • Für die Warmwasserbereitung ist ein zusätzliches System vorteilhaft, welches aber zusätzliche Kosten verursacht

Solar:

Im Gegensatz zu fossilen Energiequellen, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist und die zudem durch ihre Verbrennung unsere Umwelt belasten, ist unsere Sonne eine unerschöpfliche, kostenlose und lebenswichtige Energiequelle.
Da ist es doch nahe liegend, die Vorteile dieser Energiequelle zu nutzen.

Das Prinzip ist ganz einfach und doch genial:
Sonnenenergie erwärmt im Kollektor den Energieträger des geschlossenen Solarkreislaufs das vom Dach bis zum Standort des Speichers reicht, und bringt die Solarwärme über einen Wärmetauscher in den Speicher.
Je mehr Solarkollektoren installiert sind, umso mehr Solarenergie wird gesammelt und steht dann für warmes Wasser oder auch zur Heizungsunterstützung zur Verfügung.
Kombinationen sind in allen Varianten und Größen möglich.
Durch eine heizungsunterstützende Anlage wird zusätzlich teure Heizenergie gespart


Kontrollierte Wohnraumlüftung:

Besonders bei Niedrigenergiehäusern sind Lüftunganlagen beliebt geworden. Bei Passivhäusern geht es ohnehin nicht ohne. Die verbrauchte Luft wird über einen Wärmetauscher geleitet, die Wärme wird an die frische Zuluft übertragen.

Lüftungsanlagen sind keine Klimaanlagen
Während bei der Klimatisierung die Kühlung im Vordergrund steht, geht es bei der Lüftungsanlage um die Frischluftzufuhr.

Variante 1: In jedem Raum befinden sich eine Zu- und eine Abluftöffnung.
Jeder Raum ist einzeln regulierbar, jedoch erhöhter Rohraufwand.

Variante 2: In den Wohn- und Schlafräumen befindet sich eine Zuluftöffnung, in Küche, Bad und WC befinden sich Abluftöffnungen. Günstiger herzustellen, jedoch schwieriger zu regeln, da die Luft die einzelnen Räume durchströmen können muss (Überströmöffnungen sind erforderlich).

Abluftanlagen (ohne Wärmetauscher)
Die Luft wird aus Bad, WC und Küche abgesaugt, Zuluft strömt über Nachströmöffnungen in der Außenwand oder in Fenstern nach. Einfacher und kostengünstiger, jedoch praktisch keine Energieeinsparung.

Die Vorteile:
Es herrschen immer hygienische Luftverhältnisse im Haus. Sogar bei Windstille oder im Winter im Schlafzimmer, wo üblicherweise kaum ausreichend gelüftet werden kann, werden Schadstoffe, Feuchtigkeit und CO2 (Kohlendioxid) abtransportiert.
Die Zuluft ist in allen Räumen sauberer. Gerade an stark befahrenen Straßen oder im Stadtbereich wird viel Straßenstaub vom Filter zurückgehalten. Für Allergiker kann die durch den Filter reduzierte Pollenbelastung hilfreich sein. Unter ungünstigen Bedingungen kann es bei Fensterlüftung sein, dass Luft aus Bad oder Küche durch das Haus gedrückt wird - dies wird mit Lüftungsanlagen vermieden.
Weniger Lärmbelästigung von außen. Gerade an stark befahrenen Straßen wird die Lärmbelästigung stark reduziert, da trotz geschlossener Fenster gelüftet werden kann. Für eine erholsame Nachtruhe ist dies sehr vorteilhaft.
Weniger Energieverbrauch. Über den Wärmetauscher kann die in der Abluft enthaltene Wärme an die Zuluft abgegeben werden. Dadurch wird weniger Energie zur Aufheizung der Frischluft benötigt.
Komfortsteigerung: Im Sommer kann mit der Zuluft etwas gekühlt werden, keine Belästigung durch Insekten, Reduzierung von Geruchsbelästigung, keine Zugluft beim Lüften, keine Bauschäden durch falsches Lüften,...
Die Fenster können natürlich trotzdem geöffnet werden. Die Fensterlüftung ist insbesondere außerhalb der Heizperiode empfehlenswert, da der Strom für den Ventilator eingespart werden kann. In der Heizperiode sollten die Fenster aber möglichst geschlossen bleiben.